Fußball 

König Anschlusstreffers Glück und Ende

Glosse

Stadtleben | aus FALTER 14/13 vom 03.04.2013

Wolfgang Kralicek sorgt sich um einen bedrohten Fachbegriff

Hilfe, ein Wort droht seine Bedeutung zu verlieren! Die Rede ist vom "Anschlusstreffer“. Früher wurde damit ein Treffer bezeichnet, mit dem der Rückstand auf ein Tor reduziert wird. Fiktives Beispiel: Rapid liegt gegen Barcelona mit 2:4 zurück, Deni Alar schießt das Tor zum 3:4. Der "Anschluss“ an Barcelona ist wieder hergestellt, es fehlt jetzt ja nur noch ein Tor zum Unentschieden. So habe zumindest ich den Begriff "Anschlusstreffer“ immer verstanden. In letzter Zeit mehren sich die Indizien, dass das nicht mehr common sense ist. Reporter bezeichnen Tore als Anschlusstreffer, nach denen es 1:3 steht; sogar ein Ausgleich wurde schon zum Anschluss erklärt. Wenn das so weitergeht, wird "Anschlusstreffer“ noch zum Synonym für "Tor“. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir Sätze wie diesen hören: "Wer den ersten Anschlusstreffer erzielt, wird das Spiel gewinnen.“


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