Neu im Kino

Überlebenskunst und Saudade im Mosambik

LEXIKON | JS | aus FALTER 14/13 vom 03.04.2013

Kim Novak hat hier übernachtet. Das "Grande Hotel" in Beira, Mosambik, war eine der prächtigsten Hotelanlagen der Welt, bis es 1962 nach nur sieben Jahren Betrieb wieder zugesperrt wurde. In der Ruine des Prunkbaus leben heute über 2500 Menschen in prekärer Selbstverwaltung. Lotte Stoops' Doku über Geschichte und Gegenwart des Hauses wirkt, obwohl bereits 2010 fertiggestellt, wie ein nüchternes Partnerstück zu Miguel Gomes' Afrikamelo "Tabu" (2012): Wehmütige Expatriierte erinnern sich im Off an die hohle Größe des portugiesischen Kolonialreichs. Im Zentrum stehen die Menschen, die sich inzwischen im hektarweiten Gelände eingerichtet haben. Die einen bauen Mauern, um zu verhindern, dass wieder jemand in den Liftschacht fällt, die anderen versuchen, die Überreste des Gebäudegerippes am Markt zu Geld zu machen. Nicht schlecht.

Ab Fr im Top-Kino (OmenglU)


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