Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Namenswitze gelten eher als verpönt, und über die berüchtigte Täglich Alles-Schlagzeile "Klestil, wann gibst du die Löffler ab?“ haben sich gewiss genug Leute ereifert, die hinter vorgehaltener Hand herzlich darüber gelacht haben. Jemand, der so wie ich im Glashaus sitzt, darf das sogar offen tun. Es ist gewiss nicht der most sophisticated joke ever, aber wenn auf einen Dörfler ein Kaiser folgt, kann man schon seine Freude dran haben und behaupten, dass es sich Kärnten in der Tat verbessert hat. Den neuen Landeskaiser haben übrigens Nina Horaczek und Barbara Tóth interviewt (siehe S. 12), obwohl Horaczek dann gleich auch noch den Stadtlebenaufmacherartikel geschrieben hat (S. 34) und es an sich, um jetzt mal das Humorniveau zu halten, pfiffiger gewesen wäre, wenn die Tóth den Toifl interviewt hätte - was dann aber Florian Klenk übernommen hat (S. 14).

Obwohl wir vom Feuilleton sehr gerne unter unserem Niveau lachen, werden wir doch auch oft Opfer unserer eigenen Subtilität. Matthias Dusini, der sich diesmal der bildgewordenen Depression widmet, was auf der Doppelseite (S. 30 f.) hoffentlich einigermaßen schlagend evident wird, spricht sich immer wieder gegen übertrieben keusche Aufmachung aus. Andererseits gibt es Beziehungen, die so zart sind, dass man sie auch nicht überinszenieren sollte. So bleibt es der Leserin und dem Leser vorbehalten, sich zu fragen, ob und was Sally Potter und Elizabeth Taylor (S. 24 f.) miteinander gemein haben; und zu mutmaßen, dass sich die Redaktion schon was dabei gedacht haben wird. Stimmt!


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