Seinesgleichen geschieht  

Ein eisernes Zeitalter wird besichtigt. Zum Tod von Margaret Thatcher

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Kaum höre ich den Namen Margaret Thatcher, fällt mir Tony Blair ein. Ich traf ihn ein einziges Mal, in Wien beim Heurigen. Er war gerade Prime Minister geworden, es gab einen Heurigenbesuch mit Kanzler Vranitzky und Journalisten. Wider Erwarten schien mir Blair nicht besonders charismatisch. Ich erinnere mich gut an die Reaktion des Kollegen vom Guardian, als ich den mir direkt gegenübersitzenden Blair fragte, ob er Margaret Thatcher dafür dankbar sei, dass sie ihm die Gewerkschaften aus dem Weg geräumt habe. Ihm fiel, wie das ein österreichischer Steueroptimierer unnachahmlich ausdrückte, das Brot aus dem Mund. Blair fand die Frage not very amusing und wechselte schnell das Thema.

Nach Blair wurde keine Epoche benannt. Als Thatcherismus hingegen bezeichnet man eine besonders rüde Form des Neoliberalismus, jener Wirtschafts- und Regierungsform, die seit nun drei Jahrzehnten von Moskau bis Peking, von Brüssel bis Washington die Welt beherrscht. Gerade noch die Reaganomics brachten


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