Meinesgleichen

Frank, i pack’s ned. Noch ein Zusammenführer!

Falter & Meinung | aus FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Gerade hatte ich meine Eloge auf den großen Zusammenführer Strache veröffentlicht, da trat der frisch aus Kanada eingeflogene Frank Stronach rosigen Teints vor die staunende Fernsehöffentlichkeit und gab ein sanftes, um nicht zu sagen kuschelweiches Interview. Es ging um die Tiroler Stronachpartei, die sich dort bereits in Form mehrerer Listen der Wahlbehörde präsentierte. Bedauerlicherweise für die Stronachzentrale hatte bei der Einreichung gerade jene Liste die Nase vorn, von der sich die Stronachzentrale abgewandt hatte. Stronach ohne Stronach? Da war guter Rat teuer, darauf konnte nur Stronach selbst die Antwort geben.

Und siehe, Frank flog ein, und wie es manchen Flugtieren eigen ist, verkündete er auch eine Botschaft. Weil botschaftsverkündende Flugtiere meistens Zweige im Schnabel tragen, verkündete Stronach, er komme nicht im Zorn, vielmehr trage er einen Ölzweig. Frau Lou Lorenz-Dittlbacher, die der zur Taube mutierte Ex-Puter Frank einst im Fernsehstudio zornesrot angeherrscht und nicht zu Wort hatte kommen lassen, sah es mit Staunen. Oder war es nur die neue schwarze Staunbrille, die diesen Eindruck erweckte? Nein, gleich fiel mir selber vor Staunen der grüne Zweig aus dem Mund, auf den ich nicht komme. Er fahre nach Tirol, sagte Frank der Sanfte, um zusammenzuführen. Es gebe Personen, die des Zusammenführens mächtig seien, und er sei eine dieser Personen. Künftig, wir ahnen es, braucht man für den Eintritt in die österreichische Politik den Zusammenführerschein.


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