Missionare gegen Gott

Politik | Reportage: Joseph Gepp Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Mit Eifer und einem Volksbegehren kämpfen sie gegen kirchliche Privilegien: was treibt Atheisten an?

Irgendwann im Jahr 2008 kramt Herr Alm, römisch-katholisch getauft auf den Namen Nikolaus, in der Küche seiner Firma ein weißes Nudelsieb aus Plastik hervor, er setzt es sich auf wie einen Hut und lässt sich fotografieren. Niko Alm, heute 37 Jahre alt, Ex-Ministrant und als Jugendlicher ausgetreten aus der Kirche, sagt, sein Gott sei nun das Spaghettimonster. Aber das ist eine Farce, denn Alm glaubt an keinen Gott, nicht einmal an Engel. Alm ist Atheist. Er sagt, er fordere die gleichen Rechte wie Gläubige. In Österreich habe die Kirche Privilegien; das wolle er jetzt ändern. Kommende Woche beginnt sein Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien.

Im großen Besprechungszimmer seiner PR-Firma im vierten Wiener Gemeindebezirk zieht Alm seinen Scheckkarten-Führerschein aus der Hosentasche. Er legt ihn auf den Tisch, man kann darauf sein Foto mit dem Nudelsieb auf dem Kopf sehen, am Ende


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