Mediaforschung  

Was steckt hinter dem "Wandel“, Herr Mulla?

Verführungskolumne

Medien | Wolfgang Zwander | aus FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Vor allem unter Benutzern von Facebook wurde in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder gerätselt: Wer oder was steckt hinter "Der Wandel“?

Auf der Seite des sozialen Netzwerks tauchten zwischen den Bildern und Statusmeldungen Werbeeinschaltungen auf, die zum Beispiel das Foto einer jungen Dame mit Spaghettiträger-Top zeigten, in der Hand ein Schild mit der Aufschrift: "Ich bin Wandel ... weil Politik uns alle bewegt“.

Oder es schummelten sich zwischen die Einträge von Facebook-"Freunden“ sehr schön gemachte Statistiken mit dem "Wandel“-Logo“, die etwa den Anteil der Niedriglohnempfänger an allen Arbeitnehmern je EU-Staat illustrierten (Deutschland führt mit 22,2 Prozent, Schweden ist Letzter mit 2,5 Prozent).

Wer oder was ist also "Der Wandel“? Die Gruppe ist seit vergangenem September offiziell eine Partei, die für die kommende Nationalratswahl kandidiert. Sie besteht aus einem Team von rund 70 Aktiven, die sich etwa aus Volkswirten, Entwicklungshelfern und IT-Fachkräften rekrutieren. Über Schwarmfinanzierung im Internet sollen die Wahlkampfkosten abgedeckt werden.

Warum sollte man die Partei, programmatisch eine postmoderne Mischung aus SPÖ und Grünen, wählen? "Es gibt heute keine Visionen mehr in der Politik“, sagt Vorsitzender Fayad Mulla, 32, Systemkoordinator bei SOS-Kinderdorf: "Für viele Probleme unserer Zeit liegen die Lösungspläne in den Schubladen. Wir wollen diejenigen sein, die sie rausholen und umsetzen.“


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige