London swingt zwischen Ruinen

Feuilleton | Verbeugung: Joachim Schätz | aus FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Mehr als Realismus: Wie die Regisseurin Sally Potter in "Ginger & Rosa“ die Sehnsüchte einer Zeit ausmisst

Wer einen Film mit einem Atompilz und der Einblendung "Hiroshima 1945“ beginnt, bäckt keine kleinen Brötchen. So fängt die Geschichte der beiden Teenager Ginger (intensiv: Elle Fanning) und Rosa (uneinsehbar: Alice Englert) an, die auch ein Lehrstück vom Leben mit der Bombe wird. In Interviews hat die britische Filmemacherin Sally Potter für ihren jüngsten Film zwar die Parole "Realismus!“ ausgegeben.

Nach dem großen Anfangsknall rattert "Ginger & Rosa“ aber gleich einmal in wenigen verdichteten Einstellungen anderthalb Jahrzehnte Exposition herunter: Zwei Londonerinnen bringen im Jahr der Bombe gleichzeitig ihre Töchter zur Welt. Schnitt. Die Mädchen wachsen als Freundinnen auf. Schnitt. Ein Vater bleibt, einer geht. Nächster Halt: "London 1962“.

Mit beflissenem Auserzählen hat sich Sally Potter nie lange aufgehalten. Ihren Filmen ist die Ungeduld oft richtiggehend


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