Ah, look at all the lonely people!

Feuilleton | Literaturkritik: Klaus Nüchtern | aus FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Auf unspektakuläre Weise ziemlich grandios: Elizabeth Taylors Roman "Versteckspiel“

Man sollte die Schriftstellerin Elizabeth Taylor nicht mit der Schauspielerin Elizabeth Taylor verwechseln. Der Zufall wollte es freilich, dass im Jahr 1951 beide mit Liebesgeschichten an die Öffentlichkeit traten. Liz Taylor spielte an der Seite von Montgomery Clift in "A Place in the Sun“, und Elizabeth Taylor veröffentlichte ihren fünften Roman, "A Game of Hide and Seek“, der soeben unter dem Titel "Versteckspiel“ zum ersten Mal auf Deutsch erschienen ist.

Während der melodramatische Film von Liebe, Verrat, Schuld und Sühne, Mord und Totschlag (bzw. Unfall mit Todesfolge) handelt, begnügt sich Taylors Roman mit dem üblichen Kreisverkehr aus Liebe, Betrug, Schuldgefühlen und Eifersucht. Er ist eben keine "amerikanische Tragödie“ (wie der Titel von Theodore Dreisers Romanvorlage zu "A Place …“ lautet), sondern die melancholisch heruntergedimmte, mit gelegentlich sarkastischem Witz


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