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Das Russland der Gegenwart und ein versunkenes Polen

Feuilleton | aus FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Der Mittdreißiger Zakhar Prilepin zählt heute zu den erfolgreichsten und umstrittensten russischen Schriftstellern. Im Tschetschenienkrieg hat er noch als Soldat gekämpft, nun tut er es mit Worten. Wütend-trauriger Held seines im Original schon 2006 erschienenen Romans ist Sascha oder Sankya, ein einfacher Kerl, der stellvertretend für eine junge Generation von Russen steht, die in den Putin-Jahren ihr Heil in der Revolte suchen und dabei aufgrund ihrer Prägungen und des vorherrschenden Klimas schnell in eine fatale Spirale der Eskalation geraten. Als Mitglied einer radikalen Organisation kommt Sankya mit der Staatsgewalt in Konflikt, vom Demonstranten zum Attentäter ist es kein weiter Weg. Ein Held seiner Zeit? Schilderungen von Straßenkämpfen nehmen in "Sankya“ (ein bisschen gar) breiten Raum ein. Wobei die Gewalt vom Autor keineswegs glorifiziert, sondern ungeschminkt in all ihrer Sinnlosigkeit dargestellt wird. SF

Lesung: 17.4., 19 Uhr in der Hauptbücherei

Zakhar Prilepin:


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