Stadtrand 

Ein paar Grad mehr Platz in der U-Bahn

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Birgit Wittstock freut sich über die frühlingsbedingte Bewegungsfreiheit in den Öffis

Endlich ist es so weit: ein paar Grad mehr Platz in der U-Bahn! Es fällt dieser Tage nämlich besonders auf, wie viel Raum der Winter eigentlich gebraucht hat, und das nicht nur wegen des seinetwegen angefutterten Kummerspecks auf den allgemeinen Hüften - es sind die Mäntel und Jacken, die uns so fett machen. Kaum ist es einmal ein paar Grad wärmer, schon ist doppelt, wenn nicht sogar dreimal so viel Platz in den Waggons. Herrlich. Endlich nicht mehr vom Daunenmantel der Nachbarin erdrückt, endlich nicht mehr von der Lederjacke des Gegenübers bedrängt, endlich nicht mehr vom Webpelz der Nebensteherin gekitzelt werden! Ein kleiner Frühjahrstraum wird wahr! Es geht doch nichts über dünne Regenhäute, die eng am Körper kleben und den Aprilregen ableiten. Oder über Lodenjanker, die dem Beisitzer genug Raum schenken, um nicht nur regelmäßig durchzuatmen, sondern bei Bedarf auch hin und wieder die Sitzposition zu wechseln. Nach einem halben Jahr kleidungsbedingter Festnagelung in den Öffis tun die paar Millimeter dazugewonnener Handlungsspielraum verdammt gut.


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