Die Edelfedern von Neubau


Schreibtest: Birgit Wittstock

Stadtleben, FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Georg Grahofer baut und restauriert Füllfedern von Hand

Georg Grahofers Hände sehen aus wie die eines Tafelklasslers: Die Finger mit den kurzen Nägeln sind mit königsblauen Tintenklecksen übersät. Ganz so, als würde er eben erst den Umgang mit der Füllfeder lernen, dabei bewegen sich seine Finger präzise und flink, wenn er den Kiel auseinanderschraubt, die Füllfeder in ihre Einzelteile zerlegt.

"Sehen Sie, auf dieses Stück kommt es an: Das ist, wenn Sie so wollen, das Herz der Füllfeder“, sagt Grahofer, 29, und zieht eine Art Feder aus der dunklen Flüssigkeit, die dazu dient, die Tinte aus dem Reservoir aufzunehmen und an die Schreibfeder weiterzugeben. "Sehen Sie, früher wurde diese Feder aus Metall hergestellt“, sagt er und drückt einem das Stück in die Hand, um es zu befühlen. Ja, es ist hart, lässt sich kaum verbiegen. "Und dieses Stück hier ist aus einer Füllfeder heutigen Datums; übrigens ein Exemplar, das zigtausend Euro teuer ist. Sehen Sie den Unterschied?

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