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Ostern ist zwar schon vorbei, nicht jedoch die Heulerei

Grundkurs Kochen (193)

Stadtleben | aus FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Es ist zum Krenreiben. Sagt man so in Wien, wenn’s einem zum Heulen zumute ist. Wenn Sie den Spruch nicht verstehen, liegt es vielleicht daran, dass Sie keine Ahnung haben, dass Kren Meerrettich ist, jene scharfe Wurzel, die man hierzulande lieber frisch verarbeitet und zu allerhand Gerichten reicht, statt sie aus dem Mayonnaiseglas zu löffeln.

Rund ums Osterfest feierte das Krenreiben wieder fröhliche Urstände. Doch statt die Restwurzeln traurig im Gemüsefach vertrocknen und verschimmeln zu lassen, reiben wir einfach noch ein wenig weiter. Und geben bei der Gelegenheit gleich noch eine Nachhilfestunde in Sachen Krenreiben. Viele mache den Fehler und drücken die Krenwurzel (vorher mit dem Gemüseschäler schälen!) zu flach auf die Reibe - mit dem Ergebnis, nur fasrige Brösel zu fabrizieren. Kren muss steil über die Reibe geschoben werden; nur so entstehen schön lange Späne.

Wer jetzt noch ein, zwei säuerliche Äpfel dazuraspelt, mit etwas Salz und Zucker würzt und alles vermischt, hat blitzschnell Apfelkren gemacht. Es ist zum Heulen. Für Oberskren schlägt man mit dem Schneebesen einen halben Becher Obers mit einer Prise Zucker steif, vermischt das mit zwei EL geriebenem Kren. Beides schmeckt prima zum gekochten Rind oder Schinken. Und damit die Vegetarier auch ihre Krenerfahrung machen: Reibekren mit Frischkäse vermischen, auf Schwarzbrot schmieren. cw

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