Film Neu im Kino

Hit the Couch statt "Kiss the Coach"

Lexikon | Ludmilla Dittrich | aus FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Das Liebesleben von Fußballern und das dazugehörige Phänomen "Spielerfrau" scheinen in der öffentlichen Aufmerksamkeitsökonomie oftmals ein ähnliches Interesse zu wecken wie der Sport selbst. Romanze und Fußball gehen in der Popkultur also gut zusammen. Steckt man noch ein paar süße Kinder in die Erzählung und stellt das bürgerliche Familienideal ganz zaghaft auf die Probe, dann sollte das ein Erfolgsrezept sein. Dies war wohl die Initialidee zum Film "Kiss the Coach" (Original: "Playing for Keeps")- wenn das denn alles nur so einfach wäre.

Der abgebrannte britische Exprofi George Dryer (Gerard Butler) folgt seiner Verflossenen (Jessica Biel) in die Provinz von Virginia, um dem gemeinsamen Sohn Lewis (Noah Lomax) nach Jahren der Absenz endlich ein guter Vater zu sein. Unverhofft kommt er zu der Aufgabe, die Mannschaft seines Sohnes zu trainieren. Das Auflaufen des schnittigen Fußballhelden lockt die Vorstadtmütter aus der Reserve, und George kann sich vor Angeboten kaum retten. Stereotype Frauenfiguren geben sich dabei die Klinke in die Hand - die ehemalige Sportmoderatorin Denise (Catherine Zeta-Jones), die verzweifelte Alleinerzieherin Barb (Judy Greer) und Patti (Uma Thurman), die als Ehefrau des wohlhabenden Teamsponsors Carl (Dennis Quaid) aufgestellt ist. Doch George will eigentlich nur ein zuverlässiger Daddy werden.

Der Film unternimmt den Versuch, die Transformation eines gescheiterten und geläuterten Helden zu porträtieren, bleibt dabei aber zu fahrig, um die Konfliktfelder des Vater-Sohn-Konstrukts glaubhaft auszuerzählen. Ansätze von Komik können hier ebenso wenig wettmachen wie der solide besetzte Kader. So bleibt "Kiss the Coach" vorhersehbar und spielt am ehesten im defensiven Mittelfeld.

Ab Fr in den Kinos (OF im Haydn)


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