Diesen Sonntag findet zum 30. Mal der Vienna City Marathon statt: Ja, wo laufen sie denn?

Christopher Wurmdobler | aus FALTER 15/13 vom 10.04.2013

Denjenigen, die es geschafft haben, einen der begehrten Startplätze beim 30. Vienna City Marathon zu ergattern (man musste auch hier schon schnell sein), braucht man nicht zu erzählen, wo sie am Sonntag sein werden: unterwegs. Aber auch für Menschen ohne Ambition, 42,195 Stadtkilometer, den inneren Schweinehund und alle, die vor einem unterwegs sind, zu besiegen, kann so ein Marathon-Tag aufregend sein. Weil es eine Menge zu sehen gibt, weil Freundinnen und Freunde anzufeuern sind und überhaupt: weil die Veranstaltung neben all dem Sport auch eine große Party ist.

Los geht's wie stets um 9 Uhr bei der Reichsbrücke. Bei fast 40.000 Läuferinnen und Läufern verliert man hier aber als Zuschauer schnell den Überblick; Angehörige anzufeuern bringt beim Start ohnehin nicht viel und nur wer Sport macht, muss früh aufstehen. Obwohl das Rambazamba beim Zieleinlauf am Heldenplatz auch schon um 9 Uhr beginnt.

Bevor sie über den Roten Teppich durchs Heldentor kommen, geht's für die Teilnehmer quer durch die Stadt: von der Donau durch den Prater, am Donaukanal entlang über den Ring, die Wienzeile nach Schönbrunn, zurück in die Stadt, Mariahilfer, Ring (hier endet der Halbmarathon), Franz-Josefs-Bahnhof, wieder Donaukanal, wieder Prater bis Lusthaus und zurück zum Ring. Wahnsinn!

Wer nicht zufällig an der Strecke wohnt und zum Anfeuern das Haus verlassen muss, macht sich mit Marathon-Angehörigen idealerweise einen Treffpunkt aus, wo sie sich bejubeln lassen wollen. Am Ring gleich beim Ziel zu stehen, klingt zwar schön, ist aufgrund des Andrangs -vor allem wenn die Stars ankommen - oft enttäuschend. Außerdem sieht man in der Masse die Liebsten fast nie. Apropos: Wer einen (Halb-)Marathon gelaufen ist, freut sich in der Regel, wenn Freunde und Familie da sind zum Abholen. Iso-Getränk und Nüsschen gibt's zwar im Ziel gratis; über mitgebrachte trockene Ersatzkleidung sind die Verschwitzten jedoch immer froh.

Das Ziel ist übrigens nur bis 15 Uhr geöffnet. Schade. Wer länger als sechs Stunden unterwegs ist, hat keinen öffentlichen Ruhm. Aber hoffentlich gute Freunde.


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