Kommentar Gesellschaft

Neue Bescheidenheit: Wann entdeckt die Politik dieses Thema?

Falter & Meinung | Barbara Tóth | aus FALTER 16/13 vom 17.04.2013

Das Lebensgefühl, das sich im Jahr fünf der Finanzmarktkrise langsam durchsetzt, ist das der neuen Bescheidenheit. Neu deswegen, weil sie von Menschen entdeckt wird, die sie vorher nicht nötig hatten. Wir reden nicht von jenen, die sich schon seit Jahren mit knappen Haushaltsbudgets durchwursteln. Sondern von jenen, die sich bewusst einschränken - aus Überzeugung, aber auch aus purer Sorge, dass die Zukunft schwieriger werden könnte. Geprägt in der Marken- und Egowelt, aufgewachsen mit dem Versprechen des Immermehr und Immerbesser, halten sie inne.

Wir lebten nicht im Jahr 2013, würde nicht auch die neue Bescheidenheit schon wieder kommerzialisiert. Manufactum erklärt die guten alten Sachen wortreich zur Konsummaxime. In London stapeln sich in den hipsten Cafés der Stadt neuerdings auf Öko- statt Hochglanzpapier gedruckte Magazine, die alten Handwerkstraditionen huldigen. Die Fernsehköchin Sarah Wiener nennt ihr jüngstes Kochbuch "Zukunftsmenü. Warum wir die Welt nur mit Genuss


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