Die Geschichte einer Vergiftung

Politik | Gerichtsbericht: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 16/13 vom 17.04.2013

Herbert wurde mit Arsen ermordet. Seine Geliebte wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Protokoll aus einem Mordprozess

Frühsommer 2009. Herbert, 67, trauert. Seine Frau starb an Krebs. Mit den Geschwistern hat er sich zerstritten, mit der Tochter ebenfalls - Herbert ist einsam. Elżbieta ist eine der wenigen Menschen, die ihm geblieben sind. Sie kannte seine Frau, beide gebürtige Polinnen. Eines Tages bittet Herbert sie, für ihn in der polnischsprachigen Zeitung Polonika zu inserieren: "65-jähriger österreichischer Staatsbürger, Witwer, möchte gerne eine Polin kennenlernen, 50-60 Jahre alt, gesellschaftlicher Grund, Heirat nicht ausgeschlossen.“ Herbert schwindelt, er macht sich zwei Jahre jünger. Das Inserat erscheint am 17. Oktober 2009.

11. April 2013, Schwurgerichtssaal Landesgericht Krems, Gerichtsmediziner Christian Reiter projiziert ein Bild von einem Fingernagel an die Wand. Der Nagel ist braun; er gehört Herbert, sie mussten ihn exhumieren, um das Arsen in seinem Körper

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