Der Kunde als Bettler

Politik | Rezension: Barbara Blaha | aus FALTER 16/13 vom 17.04.2013

Eine ehemalige Journalistin zeigt, wie aus vermeintlicher Bekämpfung von Armut ein Geschäft auf dem Rücken der Armen geworden ist

Kathrin Hartmann zählt zu den Menschen, die misstrauisch werden, sobald eine Idee breiten Zuspruch findet. Das ist anstrengend, oft aber auch notwendig.

Hartmann, eine ehemalige Autorin der Zeitschrift Neon, ist bekannt geworden mit dem Buch "Ende der Märchenstunde“; eine beißende Abrechnung mit der grünaffinen Lifestyle-Elite, die meint, solange man nur fair und bio kauft, wird die Welt dank der eigenen Kaufkraft schon irgendwie in Ordnung kommen.

Nun legt die Autorin nach: Für ihr aktuelles Buch "Wir müssen leider draußen bleiben“ machte sie sich auf die Suche nach Armut in Deutschland und stieß dabei auf Vorurteile der Mittelschicht, falsch verstandene Hilfe und jede Menge Sätze wie: "Echte Armut - das gibt es bei uns ja gar nicht!“

Wäre man zynisch, müsste man die Geschichte der Tafeln in Deutschland als beispiellose Erfolgsstory erzählen.


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