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Politik | aus FALTER 16/13 vom 17.04.2013

Bücher, kurz besprochen

Unterm Tisch füßelnde Pfarrer

Der Empfang eines Wurstrads, von der Fleischhauerin gespendet und in seinen Mund gesteckt, das war die Kommunion des jungen Karikaturisten Manfred Deix. Der wöchentliche Besuch auf der Kirchenbank im Vergleich dazu: profan. Aber er ist von früh an ein genauer Kirchenbeobachter. Im elterlichen Wirtshaus, zur umfassenden Milieustudie genützt, gibt es nicht nur konservative Dorfkaiser, sondern auch betrunkene Pfarrer, die unterm Tisch zu füßeln versuchen.

In dem schmalen Band "Der heilige Deix“ sind jetzt Karikaturen über Klerus, Wallfahrtsgesellschaft und Missbrauchsskandale der vergangenen drei Jahrzehnte gesammelt. Der "Rachezeichner“, wie Deix sich einmal nannte, illustriert hier die frömmlerische Angst vorm Sittenverfall. Auch für die Kirchenreformer bleibt Spott, wenn auch vergleichsweise subtil. "Modern, aber eh brav!“, haben sie auf ihre Schilder gemalt. Über die Notwendigkeit einer offenen katholischen Kirche sagt


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