Nachgesehen  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Warum haben hunderte Polizisten in Zivil ein Kino besetzt?

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 16/13 vom 17.04.2013

Im Künstlerhauskino war am vergangenen Montag jeder Platz besetzt. Junge Polizeischüler hatten sich hier - in Zivil - eingefunden. Sie absolvierten keine Razzia, sondern besuchten auf Weisung des Innenministeriums eine besondere Veranstaltung: Sie schauten den Spielfilm "Void“.

Der Regisseur Stefan A. Lukacs hat die Geschichte des gefolterten Afrikaners Bakary J. verfilmt. Eine halbe Stunde lang müssen die Polizisten Folterexzesse anschauen. Vor allem die Rolle eines jungen Kollegen namens "Burschi“, der von seinen Kollegen angestiftet wird, berührt einige Beamte.

Das Innenministerium will den Film ab sofort in der Polizeiausbildung einsetzen, um junge Kollegen "zum Nein-Sagen“ zu animieren. Im Künstlerhauskino trat bei einer anschließenden Podiumsdiskussion auch die Ehefrau von Bakary J., Michaela J., auf. Sie deckte den Fall auf.

Wie es ihr seit der Tat gehe, fragte der Sprecher des Innenministeriums. Sie sagte: "Schlechter.“


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