Das "N-Wort“, das "Z-Wort“ und das Minenfeld der politisch korrekten Sprache

Medien | aus FALTER 16/13 vom 17.04.2013

:: Die Debatten über "rassistische Wörter“ funktionieren nach demselben Muster: Ein Wort wird als "verletzend“ definiert, dann als rassistisch stigmatisiert. Wer es dennoch verwendet, wird angegriffen. Während die Generation der heute 60-Jährigen noch in Schulbüchern und in der Literatur das Wort "Neger“ verwendeten, ist heute sogar die Verwendung des Wortes im antirassistischen Kontext verpönt, wie manche Ausstellungskuratoren erfahren. Man sagt "N-Wort“, denn auch schon die "Reproduktion“ des Wortes (etwa durch Fotos von rassistischen Schmierereien) sei verletzend.

Ähnliches geschieht zurzeit mit dem Wort Zigeuner. Es soll völlig tabuisiert werden. Als die Journalistin Susanne Scholl kürzlich den Lustenauer "Zigeunersenf“ als "rassistisch“ outete, twitterte der Chef von M-Media, Simon Inou, dass nun eine Debatte über das "Z-Wort“ begonnen habe.

Inou ist jener Journalist, der auch den "Mohr im Hemd“ und den Meinl-Mohren und das Mohrenbräu als rassistisch, weil in kolonialer Tradition stehend, bewertet. Dass die Mohrenbrauerei von einer Familie namens Mohr betrieben wird, tut da nichts mehr zur Sache.

Auch das Wort "Flüchtling“, so lernte man während der Votivkirchen-Besetzung, ist (so wie "Asylant“) belastet, weil es auf der Silbe "-ing“ endet und "Refugees“ in eine passive Rolle "voller Zuschreibungen“ dränge. Biber rennt nun über dieses Minenfeld der politisch korrekten Sprache - wohl auch aus geschäftlichem Kalkül. Man will sich absetzen von der politisch korrekten Szene. Biber-Chefredakteur Simon Krawagna ist übrigens alles andere als politisch unsensibel. Er wies Wiens Strafjustiz in seiner Diss per Urteilsanalyse sogar strukturellen Rassismus nach.


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