Die Reise eines Chorknaben oder: James Blake bleibt die Zukunft der Popmusik

Feuilleton | Diagnose: Florian Obkircher | aus FALTER 16/13 vom 17.04.2013

Als sein Debüt 2011 erschien, war sich die Musikwelt einig: James Blake gehört die Zukunft. Oder besser: James Blake ist die Zukunft. Dem damals 21-jährigen Briten war ein Meisterwerk zwischen knisternder Elektronik, bassgewaltigem Dubstep und fragilem Songwriting gelungen, ein Stück Blues für das 21. Jahrhundert.

Bis heute hat sich "James Blake“ eine halbe Million Mal verkauft - keine leichte Ausgangssituation für das Zweitwerk. Wie geht man mit diesem Druck um? "Ich arbeitete einfach weiter“, sagt der junge Musiker. "Ich hätte mich natürlich auch jede Nacht betrinken können, aber dann wären mir vermutlich nur Texte darüber eingefallen, dass ich verkatert in einem Hotelzimmer aufwache und keine Ahnung habe, wo ich gerade bin.“

Auf James Blakes neuem Album steht das Songwriting noch deutlicher im Vordergrund. Die Texte sind geschliffener, die harmonischen Arrangements komplexer. "Overgrown“ holt stilistisch weiter aus als das Debüt - für das Stück "Voyeur“ packt Blake


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