Etwas anderes hören, als man sieht

Feuilleton | Werkporträt: Gerhard Midding | aus FALTER 16/13 vom 17.04.2013

Der Komponist Hanns Eisler (1898-1962), weigerte sich, Kinobilder bloß musikalisch zu untermalen

In der Pariser "Cité de la musique“ läuft gerade eine vorzügliche Ausstellung, die das Verhältnis von Kino und Musik unter das metaphorische Vorzeichen der Eheschließung stellt. Sie dekliniert die Allianz der fünften und der siebten Kunst mehrfach durch: als Liebesheirat, Vernunftehe, serielle Monogamie und Entfremdung. Das Fragezeichen in ihrem Titel "Musique et cinéma - Le Mariage du siècle?“ formuliert einen Vorbehalt, den sie nachdrücklich und vergnügt ausräumt: Nicht nur für das Kino ist es von jeher eine Gemeinschaft des Zugewinns.

Hanns Eisler beispielsweise hat es verstanden, seine Arbeiten für den Film regelmäßig in Konzertmusik umzumünzen, und machte so seine Produzenten zu Mäzenen. Die Filmpartituren, die er in den 1930er-Jahren komponierte, erwiesen sich dabei als besonders ergiebig und brachten fünf Orchestersuiten hervor.

Joris Ivens’ Film "Regen“ bescherte


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