Vater, warum hast du mich verlassen?

Feuilleton | Filmkritik: Matthias Dusini | aus FALTER 16/13 vom 17.04.2013

Der Film "Meine keine Familie“ erzählt die Geschichte einer Kindheit in der Muehl-Kommune. Und reproduziert deren Muster

Wenn Filme mit der Geburt des Regisseurs beginnen, muss es sich um eine außergewöhnliche Persönlichkeit handeln - oder das Faktum der Geburt selbst eine besondere Bedeutung haben. Paul-Julien Robert stellt ein archivarisches Fundstück an den Anfang seiner Dokumentation "Meine keine Familie“, das ihn als strampelndes Baby mit Eltern zeigt. Seine Mutter stellte sich für die Produktion eines Lehrfilms zur Verfügung, der das Gegenteil ihres realen Lebens darstellte: eine bürgerliche Kleinfamilie.

Der Wiener Regisseur wuchs in der Aktionsanalytischen Organisation (A.A.O.) auf, besser bekannt als "Muehl-Kommune“. Auf einem ehemaligen Gutshof im Burgenland begaben sich in den 1970er-Jahren hunderte junge Menschen unter die Fittiche des Wiener Aktionskünstlers Otto Muehl, um den Traum einer befreiten Gesellschaft - ohne Privateigentum und elterliche Verbote - zu


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