Auf den Stufen einer Treppe zu mehr Autonomie

Feuilleton | Geburtstagsrede: Paulus Hochgatterer | aus FALTER 16/13 vom 17.04.2013

Die Hauptbücherei am Gürtel wird zehn Jahre alt. Sie ist und bleibt eine der wichtigsten Stätten der Stadt

Was kennzeichnet Zehnjährige? Zehnjährige finden die Gleichaltrigen des anderen Geschlechtes noch doof und die Lehrer noch super. Sie essen in aller Regel, was auf den Tisch kommt, und wenn man ihnen sagt, dass die T-Shirts von H&M eh viel besser aussehen als die aus dem Designerladen, glauben sie es.

Wenn man ganz ehrlich ist, sind Zehnjährige in Summe ein bisschen fad. Sigmund Freud scheint übrigens auch dieser Ansicht gewesen zu sein und hat die wenig spektakulären Jahre der kindlichen Entwicklung zwischen der Erstaufführung des ödipalen Dramas mit fünf oder sechs und seiner Neuinszenierung in der Pubertät mit einem mitteleleganten Euphemismus "Latenzphase“ genannt.

Da sie also hinsichtlich Suspense nicht allzu viel herzugeben scheinen, die Zehnjährigen, hatte ich die Absicht, auf die naheliegende und gleichermaßen triviale Analogie zu verzichten und ausnahmsweise einmal


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