Nüchtern betrachtet 

Circa 14 vergnügte Kreise am Bahnhofsvorplatz

Feuilleton | aus FALTER 16/13 vom 17.04.2013

In den 190 Jahren seit seinem tragisch frühen Ableben ist Shelley selten so verhöhnt worden wie in den letzten Wochen. "If winter comes, can spring be far behind?“, fragt der Dichter in seiner "Ode to the West Wind“. Und das angesprochene eisbärtige Arschgesicht hat nur in seinen Eisbart gekichert und ebendort hineingemurmelt: "Bysshe, ol’ bastard - you haven’t got a clue, how far!“ Wer heuer den Frühling herbeisehnte, musste sich in etwa so fühlen wie jemand, der eine Vorstellung der "Walküre“ besucht, nur um "Wotans Abschied und Feuerzauber“ zu hören.

Nach einem große Hoffnungen erweckenden und diese herb enttäuschenden frühlingshaften Vorspiel im März hat es der alte Knosperich nun aber doch noch gepackt. Und so gesehen kann die Inszenierung vom vergangenen Wochenende durchaus als geglückt gelten. Schon davor war die Temperatur deutlich gestiegen, die Schanigartenlaune aber vorerst vom Geniesel aus grauen Stratusgeschwadern gedämpft worden, ehe am Samstag dann

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