Ausstellung Vernissagen

Die Underdogs aus Alt-Wiens Gassen

Lexikon | NS | aus FALTER 16/13 vom 17.04.2013

Man nannte sie "Pülcher", "Salamucci", "Miststirla" oder "Flitscherl": All diesen Straßenfiguren wird in der Ausstellung "Wiener Typen", die die Klischees des 19. Jahrhunderts mit den damaligen Realitäten konfrontiert, nachgegangen. Die städtische Folklore nahm bereits um 1770 ihren Anfang, als der Künstler Johann Christian Brand seine Darstellungen der "Kaufrufe" schuf. Dabei handelt es sich um Darstellungen von Straßenhändlern, die ständig unterwegs waren und ihre Ware in charakteristischem Singsang anboten. Diese bettelarmen Hausierer wurden bald zu Motiven von Luxusgütern wie Porzellantellern oder Kupferstichen. Die Schau zeigt auch die harten Existenzbedingungen der verklärten Altwiener Figuren wie dem Wäschermädl oder den Schusterbuam, die von Migration, Kinderarbeit und Diskriminierung geprägt waren.

Wien Museum, Mi 18.30; bis 6.10.


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