Vor 20 Jahren im Falter  Wie wir wurden, was wir waren

Rauch im Jet

Falter & Meinung | aus FALTER 17/13 vom 24.04.2013

Manchmal liest sich diese Kolumne, als wäre alles gestern geschehen. Manchmal aber wird deutlich, dass die Zeit doch vergeht. Die Kolumne "Liebe Leserinnen, liebe Leser“ hob zum Beispiel vor 20 Jahren so an: "Vor zwei Wintern saß Peter Noever, der Direktor des Museums für angewandte Kunst (Mak), mit Studenten im Flugzeug auf dem Rückweg von Kuba nach Wien und steckte sich kurz nach dem Start genüsslich eine Zigarre (Havanna) an. Wie auf Kommando fingen auch seine Schüler zu paffen an. Den gesamten 14-stündigen Flug hindurch vernebelten Noever und sein Team das Innere der Maschine mit dichtem Zigarrenrauch und hinterließen damit einen tiefen Eindruck auf einen unserer Redakteure. Eindruck will Noever wohl auch dieser Tage machen. Nicht gerade in Rauch, aber in ein dichtes Kulturprogramm hüllt er die Gegend um den Wiener Stubenring anlässlich der Wiedereröffnung des Mak.“

Markus Wailand ließ in seinem Bericht bereits Motive jener Kritik anklingen, die später an Noevers Amtsführung geübt wurde. "Dem Mak-Direktor Noever gelang es, den Künstler Peter Noever zur Mitarbeit zu überreden“, nicht immer sei es von Vorteil, dass renommierte Künstlerinnen und Künstler, von Jenny Holzer bis Donald Judd, bei der Neugestaltung der Schauräume mitwirkten. Ebenso deutlich aber wurde, dass die Neugestaltung dringend nötig war und Noever die Latte, die zuvor "knie- oder gar knöcheltief lag“, deutlich höherlegte.

Sonst: Michael Häupl wurde zum Parteivorsitzenden der SPÖ gewählt (mit 83,4 Prozent). Thomas Seifert begrüßte ihn als Mann der Toskanafraktion. Günter Tolar, der populäre TV-Unterhalter, sprach über sein schwules Coming-out und seine Aktivitäten in der Schwulenbewegung.

Arpad Hagyo porträtierte den legendären Flughafenpolizisten Oberst "Django“ Rupf, der nicht nur den Kokainschmuggel, sondern auch ein Modeproblem zu bekämpfen hatte: seinen Hut, der ihm den Spitznamen eintrug. Der Falter ließ Ivan Klein einige Alternativvorschläge zeichnen, darunter einen Nachttopf, ein Kolkolks-Sackerl und einen Schneemann aus Filz. AT


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