Kommentar Museen

Aus für die Völkerkunde. Warum sich ein Museum neu erfindet


Matthias Dusini
Falter & Meinung | aus FALTER 17/13 vom 24.04.2013

Im neuen Logo des Museums purzeln Kügelchen chaotisch durcheinander. Nur in der Mitte bleibt eine kugelrunde Fläche frei, die den Namen des Ortes symbolisiert: Weltmuseum Wien. Offiziell heißt die Institution zwar immer noch Museum für Völkerkunde, aber als Markenname hat die Bezeichnung ausgedient (siehe auch S. 26).

Die vielen Pünktchen stehen für die Diversität der vom Museum dargestellten Kulturen. Die Völkerkunde propagierte den kolonialistischen Blick auf das primitive Andere, das in Vitrinen zur Schaulust diente. Damit sich die ethnogafischen Museen nicht in Museen des Rassismus verwandeln, suchen sie seit zwei Jahrzehnten nach neuen Namen und Inhalten. Die Ethnologen erforschen einen fremd gewordenen Kontinent - die Geschichte der eigenen Disziplin.

Direktor Steven Engelsman präsentierte die neue Corporate Identity der Institution mit der für einen Relaunch notwendigen Euphorie. Seine gute Laune beruht auch darauf, dass ihm Kulturministerin Claudia Schmied eine Finanzierungszusage

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