Kolumne  Außenpolitik

Boston-Terror: ein Betriebsunfall unserer globalisierten Welt

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 17/13 vom 24.04.2013

Welche Verbindungen die Attentäter von Boston zu politischen Extremisten hatten, bleibt unklar. Die blutige Geschichte ihrer ursprünglichen Heimat Tschetschenien war Nährboden für viele Gewalttaten. Aber Russland, nicht Amerika, ist der Todfeind der tschetschenischen Dschihadisten. Außerhalb der Grenzen des russischen Vielvölkerstaates gab es Mordanschläge gegen Oppositionelle, wie auch in Wien, aber keinen Terror.

Die beiden jugendlichen Attentäter von Boston sind vom importierten, professionellen Terror Al-Kaidas weit entfernt. Trotzdem war Boston nicht einfach ein Produkt der USA, wie der Anschlag des rechtsextremen Timothy McVeigh in Oklahoma City vor ziemlich genau 18 Jahren. Es gab damals 168 Tote. Die Medien hatten damals tagelang über einen islamistischen Hintergrund spekuliert. Schließlich stellte sich heraus, dass Verschwörer aus dem Kreis rechter Milizen hinter der Mordtat standen.

Die Bomben von Bosten zeigen, wie die Trennlinien zwischen hausgemachtem und internationalem


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige