Nachgesehen  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Einstürzende Altbauten: 500 Millionen Euro und der Preis der Demokratie

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 17/13 vom 24.04.2013

Arrangierte Ehen, so heißt es, sind nicht immer die schlechtesten. So ähnlich lässt sich das Verhältnis zwischen Österreich und der Demokratie beschreiben. Nach 1945 mit Skepsis erwartet, ließ der demokratische Staat, vor allem von den Amerikanern oktroyiert, aus Trümmern Blüten wachsen.

Dass es sich zwischen Österreich und der Demokratie um keine Liebeshochzeit gehandelt hat, zeigt die unwürdige Diskussion um die Sanierung des Parlamentsgebäudes.

Das 130 Jahre alte Haus am Ring ist teilweise einsturzgefährdet und sein Dach leckt; die Sanierung würde bis zu 500 Millionen Euro kosten, sickerte vergangene Woche durch. Demokratie hat eben ihren Preis, könnte man sagen. Wenig überraschend, dass die FPÖ diesen nicht zahlen will: "Nur das Allernötigste darf renoviert werden“, forderte H.-C. Strache unter Beifall der Krone - und zeigte damit unverblümt, wie tief das antidemokratische Ressentiment noch sitzt.


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