Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Agnes Heller: Eine mutige Intellektuelle und Kritikerin besucht Wien

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 17/13 vom 24.04.2013

Mitte März klebte jemand in der ELTE-Universität Budapest einen Spruch auf das Türschild der Philosophin Agnes Heller: "Juden! Die Uni gehört uns, nicht euch!“

Heller ist 83 Jahre alt, ihr ganzes Leben wurde sie angefeindet. Als Mädchen von Antisemiten verfolgt, als junge Frau von den Kommunisten aus der Uni geworfen; die rechte Regierung in Ungarn attackiert Heller noch heute.

Dabei gilt die frühere Assistentin des Philosophen Georg Lukács, die sich mit Leben und Freiheit als oberste Werte beschäftigte, als eine der bedeutendsten Philosophinnen der Gegenwart. Im Jahr 1986 wurde sie Hannah Arendts Nachfolgerin auf dem Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in New York, seit ihrer Emeritierung pendelt Heller halbjährlich zwischen Budapest und New York.

Für ihre Kritik an Ungarns Mediengesetzen wurde die Intellektuelle in Wien vergangenes Jahr mit dem Concordia-Preis ausgezeichnet. Am 25. April diskutiert sie mit Isolde Charim im Kreisky-Forum. Thema: "Why was I born Hebrew and not negro?“

25. April, 19 Uhr, Kreisky-Forum (19., Armbrusterg. 15), Anmeldung unter Einladung, kreiskyforum@kreisky.org


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