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Politik | Petra Sturm | aus FALTER 17/13 vom 24.04.2013

Bücher, kurz besprochen

Die Auslagerung des Elends

Streben nach Gleichheit trifft auf Kapitalismus. Staatsbürgerrechte für die Europäer, Ausbeutung für die Völker in den Kolonien. Entlang dieses Spannungsverhältnisses beschreibt Sozialhistoriker Immanuel Wallerstein im vierten Band seiner Weltgeschichte die Ideologien und politischen Neuordnungen, die das moderne Weltsystem von der Französischen Revolution bis 1914 prägten.

Um das Erstarken der sozialen Forderungen im eigenen Land zu zähmen, lagern die führenden Hegemonialmächte im 19. Jahrhundert ihre Probleme geschickt aus. Wallerstein, Vorzeigefigur der linken Geschichtswissenschaft, legt nicht nur die geistigen und ideologischen Grundlagen der Globalisierung dar, sondern zeigt zudem äußerst quellenreich die komplexe Vorgeschichte aktueller Probleme Europas.

Immanuel Wallerstein: Der Siegeszug des Liberalismus. Promedia, 352 S., € 29,90


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