Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 17/13 vom 24.04.2013

Pop

Yeah Yeah Yeahs: Mosquito

Vor zehn Jahren waren die Yeah Yeah Yeahs das kraftvollste Rocktrio des Planeten. Wer hätte gedacht, dass sie 2013 einen Gospelchor und einen Rapper (Dr. Octagon) brauchen würden? Aber gut, nach dem glitzernden Elektropop von "It’s Blitz!“ war alles möglich. "Mosquito“ erkundet das weite Land zwischen Rock und elektronischen Klängen, einmal lauter, dann wieder verwaschen und langsam. Der Sound geht in Ordnung, die Gagatexte über Außerirdische und so kann man überhören, den Mangel an griffigen Refrains nicht. Ah ja, das Cover: Iiih! (Universal) sf

Jazz

Madeleine Peyroux: The Blue Room

Madeleine Peyroux war lange Zeit die beste Billie Holiday, die wir hatten, und zugleich eine, die Pop singen konnte, ohne dass es peinlich oder anbiedernd gewesen wäre. Mit ihrem jüngsten Album läuft sie freilich Gefahr, diesen Ruf zu verspielen. Ihr Gesang neigt zu einer Sentimentalität, der genau der Schuss Sarkasmus abgeht, den Randy Newman ("Guilty“) seinen Songs beimengt. Überhaupt lassen die mäßig originell instrumentierten und ausgewählten Songs zu oft daran denken, dass man sich das alles lieber gleich im Original anhören würde. (Universal) KN

Chanson

Andrea Eckert: Bon Voyage

Deutschland hat die Dietrich, Österreich die Keller. Oder besser gesagt: Österreich hätte die Keller, wüsste man sie denn zu würdigen. Die Wiener Sängerin Greta Keller (1903-1977) machte in den USA Karriere, ihr Repertoire ähnelte jenem der Dietrich. Das seit Herbst 2012 laufende Stück "Bon Voyage“ am Volkstheater ist eine späte Hommage an die Chanteuse. "Lieder toll, Handlung eher mühsam“ lautet das Kurzurteil. Jetzt liegen die tollen Lieder als CD vor: zeitlos große Stücke von anno dazumal, reizvoll zurückhaltend gespielt und interpretiert. (Universal) gs


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