Urbanes Betragen

Stadtleben | aus FALTER 17/13 vom 24.04.2013

Benimmfibel für Großstadtmenschen (111)

Herr M. fragt, ob er in der Büro-Kaffeeküche den Kaffeebecher verwenden darf, auf dem Kinder und Gattin eines Kollegen abgebildet sind.

Wer tatsächlich seine Familie als emotionales Back-up mit ins Büro bringt, schätzt es gewiss nicht, wenn diese von Kollegen benutzt wird - davon ist auszugehen. Natürlich könnte man damit argumentieren, dass private Häferln auch privat, und nicht in der kollektiven Kaffeehäferlsammelstelle aufbewahrt werden sollten. Andernfalls sollte man annehmen, der Besitzer stelle das Häferl der Allgemeinheit zur Verfügung, sonst würde er es ja augapfelgleich hüten, sodass das Exklusivrecht unstrittig bliebe. Trotzdem ist "Finger weg von fremden Familien“ die beste Strategie, schließlich weiß man nicht, ob nicht eine neue Putzfrau den Becher unabsichtlich verräumt oder ein ähnlicher unglücklicher Zufall die Familie getrennt hat.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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