Die Praterateliers: Streit um den Ruhepol in der dynamischen Leopoldstadt

Stadtleben | aus FALTER 17/13 vom 24.04.2013

:: Im Viertel nördlich des Praters hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Die Fußball-EM im Jahr 2008 brachte die Erschließung durch die U2. Gleich daneben entstanden die Neubauten des sogenannten Viertel Zwei samt OMV-Hauptquartier. Unweit davon soll im Wintersemester die neue Wirtschaftsuniversität eröffnen.

Inmitten dieser Dynamik schweben die beiden letzten Pavillons der Weltausstellung wie in einer Zeitkapsel. Bereits seit dem Jahr 1876, also kurz nach der Ausstellung, stehen sie Künstlern als Ateliers zur Verfügung. Die Bundesimmobiliengeschäft (BIG), die die Bauten im Jahr 2001 von der Republik übernahm, hatte jedoch damit ihre liebe Not. Denn allein mit den - preisreduzierten - Mieten der Bildhauer ließen sich die Ateliers weder erhalten noch sanieren, was immer notwendiger wurde.

"Wir sind verpflichtet, wirtschaftlich zu denken und zu agieren“, ließ die BIG in ihrem Kundenmagazin Big Business im Jahr 2008 wissen. Künstler wie die Bildhauerin Ulrike Truger wehrten sich gegen angebliche Pläne der BIG, Ateliers für Wirtschaftsseminare zu nutzen.

Im Jahr 2010 schließlich wurde der Konflikt gelöst, indem das Unterrichtsministerium auf 33 Jahre die wildromantischen, aber unrentablen Gebäude von der BIG übernahm. "Es war mein bildungspolitischer Wunsch, dass die Ateliers weiterhin der Kunst zur Verfügung stehen“, sagt SPÖ-Kulturministerin Claudia Schmied zum Falter. Seither gibt es Sanierungsarbeiten, neue Künstler sind eingezogen. In den kommenden Jahren sollen laut Bildungsministerium die Ateliers im Zug von Neuvermietungen nach und nach saniert werden.


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