Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Futsche

Kolumnen | Heidi List | aus FALTER 17/13 vom 24.04.2013

Letztens konnte ich zwei Vögel beim Liebesakt beobachten. Jemand sagte trocken: "Da, die Vögel vögeln.“ Kurzer Akt, aber nicht ohne Leidenschaft.

Im Internet stoße ich auf eine Diskussion, die, glaube ich, ein recht ein Blödsinn war, aber es las sich lustig: "Vögeln hat dieselbe Herkunft wie ficken“ (??), und weiter: "Ficken ist ein altes, nur noch in Dialekten vorkommendes Wort für Tasche, vor allem die Hosentasche.“ Eine große Tasche heißt Futsche. Futsche: Spitzenwort. Sehr ordinär.

Eine andere Erklärung war, dass der Begriff "vögeln“ aus dem Mittelalter stamme. Die Frauen der Oberschicht, die sich Vögel als Haustiere hielten, stellten diese in ihren Käfigen ans Fenster, um einem eventuellen Liebhaber zu signalisieren, dass die Luft rein war.

Die Intelligenzbombe der Gruppe meinte, vögeln komme von der Tatsache, dass die Köpfe von Vögeln an Penisse erinnern. Ich will faunatechnisch gesehen nicht dort wohnen, wo die Person wohnt, übrigens. So. Machen wir das Beste aus dem Durcheinander und stellen eine Handficke ins Fenster. Damit die Nachbarsfutsche nicht alle abstaubt.

Was Sie nie über Sex wissen wollten: Heidi List antwortet, bevor Sie fragen


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