Theater Kritiken

Was wurde eigentlich aus Werner Schwab?

Lexikon | W K | aus FALTER 17/13 vom 24.04.2013

Lange nichts mehr von Werner Schwab gehört. Der vor fast 20 Jahren früh verstorbene Grazer Dramatiker ist aus den Spielplänen verschwunden. Im Rabenhof, wo 2003 schon die szenische Lesung "Seele brennt!" erfolgreich war, hat man's jetzt wieder mit Schwab versucht. Gespielt wird das Coverdrama "Der reizende Reigen", in dem Schwab von Schnitzlers "Reigen" Form (zehn Szenen) und Inhalt (zehn Akte) übernimmt - nur dass er die Figuren halt sein formvollendet ordinäres "Schwabisch" sprechen lässt. Den beiden starken Darstellern, Katharina Straßer und Christian Dolezal, geht Schwabs Kunstsprache ziemlich locker von den Lippen, auch die grelle Inszenierung (Andy Hallwaxx) ist stimmig. Aber obwohl der Abend eh nur 75 Minuten dauert, ist er zu lang. Vielleicht sind zehn traurige Sex-Witze hintereinander einfach zu viel des Guten.

Rabenhof, Sa, So 20.00 (bis 25.5.)


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