Musiktheater Kritiken

Gescheiterter Rettungsversuch einer Spieloper

HR | Lexikon | aus FALTER 17/13 vom 24.04.2013

Langweilig und mit als Satire missverstandenen Komödienstadel-Schmähs versucht Regisseur Dietrich W. Hilsdorf die Vormärzoper "Der Wildschütz" vor treudeutscher Betulichkeit und dem wirren Libretto von August Kotzebue zu retten, unter der die Rezeption Lortzings in den Nachkriegsjahren litt. Als Dorfschulmeister Baculus, der, um der Strafe für einen gewilderten Rehbock zu entgehen, einem gräflichen Herrn eine falsche Braut für legendäre 5000 Taler verkauft, orgelt Lars Woldt, kürzlich ein toller Fidelio-Rocco. Das restliche Ensemble ist nicht schlecht, Orchester und Chor wirken unter der nicht mehr als kapellmeisterlichen Leitung Alfred Eschwé etwas lieblos. Musik ohne Tiefgang? Vielleicht. Aber sie hätte mehr als nur angestrebte "Präzision" verdient. Schuld ist auch die Allerwelts-Inszenierung.

Volksoper, So 18.30


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