Da capo wider Willen

Politik | Porträt: Barbara Tóth | aus FALTER 18/13 vom 02.05.2013

Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller wollte eigentlich keinen Wahlkampf mehr anführen. Verdient sie eine zweite Chance?

Nicht viele Spitzenpolitiker können einen so direkt anschauen wie Gabi Burgstaller. Ihr Blick signalisiert tatsächliches Interesse, nicht gelackte Volksnähe. Dieses Ganz-da-sein-Wollen und Ganz-da-sein-Können ist ihr geblieben. Vieles andere hat sie verloren.

Wahlkampfdiskussion aller Salzburger Spitzenkandidaten am Montag letzte Woche im Rupertigwölb in der Hofbrauerei Kaltenhausen. Im Publikum drängen sich schwitzende Männer, auf den Stammtischen stapeln sich Bierkrüge. Hier wird spürbar, welcher Kulturbruch es war, als Burgstaller vor neun Jahren siegte und sich zur ersten "Landeshauptfrau“ ausrief. Die erste Frau im Chiemseehof, dem Amtssitz der Salzburger Landesregierung, dazu noch eine Rote, im seit Kriegsende stets an die ÖVP festgezurrten Land mit seinen fünf Gauen - nein, das durfte nicht sein. Jetzt lassen sie sie das wieder spüren. Kein Auftrittsapplaus.


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