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Bücher, kurz besprochen

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 18/13 vom 02.05.2013

Die politische Chronik des Jahres

Der Wehrsprecher der SPÖ heißt Stefan Prähauser, im Österreichischen Jahrbuch für Politik rechnet er mit dem Verhalten seiner Partei in der Heeresdebatte ab. Prähauser war immer Anhänger der Wehrpflicht; als die SPÖ aufs Berufsheer umschwenkte, schwenkte Prähauser nicht mit. "Es gibt sicher Leichteres, als in der Funktion des Bereichssprechers gegen die sogenannte ‚offizielle‘ Parteiline seine eigene Überzeugung zu vertreten“, schreibt Prähauser, und: "Die Volksbefragung zur Wehrpflicht hätte durchaus das Potenzial gehabt, zum Spaltpilz der Sozialdemokratie zu werden.“ Wurde sie dann aber doch nicht. Auf dem Parteitag blendeten die Genossen das Thema einfach aus.

Das Jahrbuch für Politik ist so etwas wie die politische Chronik des Landes - es liefert Hintergründe, Analysen, Polemiken, Statistiken, Essays und Parteipropaganda. Im aktuellen Band handeln Politiker, Fachexperten und Journalisten in 40 Beiträgen die Themen ab, die das Jahr 2012 politisch prägten: etwa den Zustand der Demokratie (vom U-Ausschuss bis zur Demokratiereform), die Eurokrise und die Einführung der Transparenzdatenbank.

Der Strauß an Themen ist so bunt wie die Autorenschar. Objektiv ist das Buch freilich trotzdem nicht: Der Wälzer wird von der Politischen Akademie der ÖVP herausgegeben, der konservative Einschlag wird also niemanden überraschen.

Andreas Khol u.a. (Hg.): Österreichisches Jahrbuch f. Politik 2012, Böhlau, 640 S., € 51,20


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