Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 18/13 vom 02.05.2013

TV-Kolumne

Nach gefühlten 100 Jahren "Deutschland sucht den Superstar“ (RTL, Samstag, 20.15 Uhr) verfällt das Format. Neun von zehn Zusehern ist das Geschehen auf der Bühne egal; sie haben nur Augen für zwei Jurymitglieder: die Zwillinge Bill und Tom Kaulitz von der Band Tokio Hotel. Ein spanischer Fan auf Twitter: "3 hours with the most perfect beings of the universe. I have to learn German.“

Ziemlich gespenstisch war die einmalige Juryteilnahme der Schlagersängerin Andrea Berg, die verlangsamt und teilnahmlos wirkte. Die beste Wettbewerbsteilsnehmerin ist eine junge Schlagersängerin aus der Schweiz, die mit stählern guter Laune ihrem als Stalinismus des Frohsinns verschrienen Genre alle Ehre macht. Für nächsten Samstag ist ein weiterer Heuler angesagt: Heino der Schreckliche. Vielleicht ist der Niedergang von DSDS nur ein Indiz für den Zustand der Popmusik insgesamt. Wer braucht noch einen Superstar?


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