Der Intendant, der keiner war

Feuilleton | Dokumentation: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 18/13 vom 02.05.2013

16 Jahre lang stand Luc Bondy an der Spitze der Wiener Festwochen. Seine größte Stärke war das Delegieren. Eine Bilanz

Für Festwochenbesucher unter 30 beginnt nächstes Jahr ein neuer Lebensabschnitt: Sie werden zum ersten Mal bewusst Wiener Festwochen erleben, die nicht von Luc Bondy geleitet werden. Seit 1998 hat der Schweizer Regisseur eine Führungsfunktion, am 10. Mai werden mit dem traditionellen Open-Air-Konzert auf dem Rathausplatz die 16. und letzten unter Bondys Federführung gestalteten Festwochen eröffnet.

16 Jahre! Das ist, einerseits, natürlich viel zu viel. Eine Theaterfaustregel besagt, dass auch die besten Intendanten spätestens nach zehn Jahren wechseln sollten, weil es sonst fad wird. Andererseits waren es, genau genommen, ja gar nicht 16 Jahre. In den ersten vier Jahren war Bondy Teil eines dreiköpfigen Leitungsteams, und seine zwölf Intendantenjahre wurden stark von zwei Schauspieldirektorinnen geprägt: Marie Zimmermann (2002-2007) und Stefanie Carp (2008-2013).


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige