Der Krieg ist ein prima Spielplatz

Feuilleton | Filmkritik: Michael Omasta | aus FALTER 18/13 vom 02.05.2013

Zwei Filme erzählen das Heranwachsen während des Zweiten Weltkriegs als Abenteuergeschichte

Die Nacht liegt über dem Schwarzwald. Eine weitläufige Villa. Mutti packt das Tafelsilber und das Porzellan ein, Vati räumt den Schreibtisch in seinem Arbeitszimmer aus. Ordner voller Akten und persönliche Papiere werden im Garten verbrannt. Die Kinder helfen so gut sie können, doch nicht einmal Lore, die älteste der fünf Geschwister, kann verstehen, was hier vor sich geht. "Er kommt, Mutti, oder?“, wird die 15-Jährige wenig später einmal fragen. "Wer denn?“ Lore: "Der Endsieg.“

"Lore“, so heißt auch der Film, den die Australierin Cate Shortland gedreht hat, und der eine Handvoll Kinder auf Odyssee quer durch das zerstörte Deutschland des Jahres 1945 führt. Dabei müssen Lore, Schwester Lieschen, die Zwillinge und der kleine Peter bald ganz alleine zurechtkommen. Denn Vati, der ein hohes Tier bei der SS war, ist verhaftet worden, und dann hat Mutti sich freiwillig den Behörden


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