Luftschloss Versailles

Porträt: Sebastian Fasthuber | Feuilleton | aus FALTER 18/13 vom 02.05.2013

Die französische Band Phoenix fabriziert aufwendige Popsongs, die ständig einstürzen können

Der späte Erfolg von Phoenix ist eine dieser merkwürdig-schönen Geschichten, die Pop immer noch zu schreiben im Stande ist. Bereits zur Jahrtausendwende tauchten die vier Franzosen auf. Das erste Album, "United“ (2000), war eine postmoderne Wundertüte voll heterogener Songs und enthielt die kleinen Hits "If I Ever Feel Better“ und "Too Young“; zu Letzterem sollte später Bill Murray in "Lost in Translation“ tanzen.

Ansonsten passierte nichts Weltbewegendes. Mit "Alphabetical“ (2004), das Pop und Softrock auf originelle Art mit R&B und Hip-Hop zusammendachte, und dem gitarrenlastigen "It’s Never Been Like That“ (2006) kamen zwar starke Alben nach, das Publikum wuchs aber nur langsam. Phoenix waren schon auf die Rolle der geschmackvollen Indiepopband der Herzen abonniert, für die es dann doch nicht zum ganz großen Durchbruch gereicht hat.

Doch dann kam "Wolfgang Amadeus Phoenix“,

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