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Feuilleton | aus FALTER 18/13 vom 02.05.2013

Noch mehr faszinierende Viecher

Der Kriegsberichterstatter und Reiseschriftsteller Jean Rolin verknüpft in seinem jüngsten Buch die Schicksale von Straßenhunden zum roten Faden einer Serie von literarischen Reportagen. Sie beginnt im von einem bizarren Despoten beherrschten Turkmenistan, führt weiter nach Ruanda, in den bombardierten Südlibanon, zu den biederen deutschen Sextouristen in Bangkok oder entlang des über 5000 Kilometer langen Zaunes, der australische Schafherden vor Dingos schützen soll. Rezepte für die Zubereitung von Hund fehlen ebenso wenig wie literarhistorische Ausflüge zu Flaubert oder in die Bibel. "Als rhetorische Figur ist der streunende Hund fast immer damit beschäftigt, Leichen zu fressen, der reale Hund dagegen entfaltet meistens keine besondere Aktivität“, lautet das lakonische Fazit. Es ist eine mit viel (Selbst-)Ironie und erzählerischem Raffinement beschriebene, oft vergnügliche, noch öfter verstörende Reise in die Welt außerhalb Westeuropas,


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