Nüchtern betrachtet 

Mit dem Swiffer kam ich vorerst nur bis Kafka

Feuilleton | aus FALTER 18/13 vom 02.05.2013

Zu den Dingen, die man durch Prokrastination leider ganz sicher nicht erledigt kriegt, zählt die Zusammenführung- und Neuordnung der eigenen Bibliothek. Das klingt jetzt prätentiöser, als es gemeint ist. Unter "Bibliothek“ wird hier einfach die Menge aller Bücher verstanden, die zu verlieren, -schenken und -kaufen einem nicht gelungen ist; als "Zusammenführung“ ist die Verbringung selbiger in jene Räumlichkeiten gemeint, in denen man auch schläft, kocht und vor sich hin stoffwechselt; und "Neuordnung“ bezeichnet schlicht die durchgängige Anwendung des Alphabets als primäres Paradigma spatialer Sequentialisierung.

Im Unterschied zu führenden Prokrastinationstheoretikerinnen will es mir nicht gelingen, die eigene Bibliothek als "einige Kubikmeter Zellulose“ zu betrachten (was fraglos eine zutreffende Umschreibung ist), weswegen ich mir auch den Kopf darüber zerbrechen muss, welche Bücher genau ich vielleicht doch lieber zu verlieren, -schenken und -kaufen gedenke oder


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