Urbanes Betragen

Stadtleben | aus FALTER 18/13 vom 02.05.2013

Benimmfibel für Großstadtmenschen (112)

Herr F. fragt, ob etwas dagegen spricht, wenn er im Kaffeehaus seinen Deutschen Schäferhund mit auf die Toilette nimmt.

Werter Herr F., es gibt Orte, und da gehört der stille unbedingt dazu, da sind Ruhe, Intimität und Einsamkeit unerlässlich. Es ist schon schlimm genug, wenn der Pissoirnachbar während des Erleichterns smalltalken möchte oder eine Gruppe von Girls das Klo okkupiert und den Vorraum zum Laufsteg macht. Dann aber auch noch sabbernde Hunde, die mit treuherzigem Blick ihrem Herrl beim Urinieren und Defäkieren zusehen? Nein, danke! Sollten Sie sich jedoch mit Ihrem Hund höflichkeitshalber in eine Kabine zurückziehen und es Ihnen auch noch gelingen, die Tür hinter sich und Ihrem Hund zu schließen und Ihre Geschäfte in dessen Beisein zu erledigen, ist Ihnen tosender Applaus gewiss - jedenfalls so lange, als Ihr Hund dort niemand anderem zur Last fällt.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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