Die Schattenjäger


Investigation: Birgit Wittstock
Stadtleben | aus FALTER 18/13 vom 02.05.2013

Die Vienna Ghost Hunters werden gerufen, wenn Wiener Gespenster sehen. Statt Geister entdecken sie einsame Seelen

Sie sind es“, mit diesen geflüsterten Worten sind die Geisterjäger schon des Öfteren begrüßt worden. Heute schweigen die Toten, auch wenn sich Christoph mit seinem Mikrofon Mühe gibt, ihnen zumindest ein paar Worte zu entlocken. "Warum beantwortest du keine meiner Fragen?“, ruft der junge Mann in Black-Metal-Uniform in die Abenddämmerung hinein.

Die Sonne geht gerade über Simmering unter, und die Mücken tanzen in den letzten Strahlen, die vereinzelt durch die dichten Baumreihen brechen, die den kleinen Friedhof von den alten Getreidesilos des Alberner Hafens abschirmen. Hierher verirrt sich selten jemand: streunende Katzen, Graffitikünstler und eben Geisterjäger wie Christoph, die Kontakt zu den Toten suchen, die hier bestattet sind. Die meisten sind Selbstmörder, angespült von der Donau und begraben auf dem Friedhof der Namenlosen. 1840 errichtet für Verstorbene,

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