Kraut gewachsen

Stadtleben | Gerichtsbericht: Werner Meisinger | aus FALTER 18/13 vom 02.05.2013

Zierde den Fenstern, Freude beim Kochen, Wohlstand unseren Händlern: die Kräuterzucht

Ich bin ja der Meinung, dass ich alles besser kann. Das macht mich bei meinen Mitmenschen beliebt, weil sie kompetente Ratschläge schätzen. Da ich alles besser kann, ist mir das Prinzip der geschlossenen Hauswirtschaft sympathisch. Im kulinarischen Bereich ist sie wesentlich preisgünstiger als die Arbeitsteiligkeit mittelmäßiger Spezialisten.

Aus Rücksicht auf eine konservative Nachbarschaft werde ich in Mariahilf nicht gleich mit der Milchwirtschaft beginnen, aber gegen die meisterliche Aufzucht von Kräutern spricht gar nichts. Meinen Berechnungen zufolge spare ich damit pro Jahr an die 17 Euro.

Traditionsgemäß kaufe ich in diesen Tagen Kräuterstöcke wie folgt: Rosmarin, Basilikum, Oregano, Estragon, Pfefferminze, Zitronenmelisse, Bohnenkraut, Thymian, Liebstöckl, Lavendel, Salbei. Der Gemüsedealer veranschlagt dafür 104 Euro, gibt mir aber wegen Großeinkaufs ein Stöckerl gratis.

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